Walking Bus

10.06.2021 Antrag auf Einführung und Unterstützung von Walking Bus Strukturen an Viersener Grundschulen

Die Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN beantragt, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den städtischen Grundschulen, deren Fördervereinen und Elternpflegschaften sowie der Verkehrswacht und Verkehrssicherheitsberater*innen der Polizei „Walking Bus“-Strukturen an den Viersener Grundschulen aufbaut und dauerhaft betreut. Die Stadt Viersen übernimmt auch die erforderlichen Kosten für Material und Montage der einzurichtenden Haltepunktschilder sowie für die Sicherheitsausrüstung (z.B. reflektierende Warnwesten, Verkehrshelferwesten für Elternlotsen und für Verkehrskellen).

Begründung:

Kinder der ersten und zweiten Grundschulklassen können ihren Schulweg noch nicht völlig selbständig zurücklegen. Sie brauchen eine Begleitung, um unter Aufsicht zu einer verantwortlichen und selbstständigen Verkehrsteilnahme geführt zu werden. Damit sie sicher in der Schule ankommen, bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto und erhöhen damit die Verkehrsdichte und das Unfallrisiko im Schulumfeld noch weiter. Genau hier setzt das „Walking Bus“-Konzept an. Es ermöglicht eine verlässliche Begleitung der Kinder und reduziert das Verkehrsaufkommen rund um die Schulen. Es wird auch vom Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Ein „Walking Bus“ ist eine von Erwachsenen begleitete Schülergruppe, die wie ein Linienbus nach einem Fahrplan feste „Haltestellen“ anläuft, um die Schüler*innen morgens zur Schule zu bringen und mittags wieder nach Hause. Die vorne laufenden Kinder haben die Rolle des „Busfahrers“, die letzten beiden die des Schaffners. Auf diese Weise lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen. Die erwachsenen Begleitpersonen sind dabei Ansprechpartner, die aufpassen und in schwierigen Situationen helfen. Da sie nur eine begleitende Funktion haben und den Kindern die Verantwortung für den Weg nicht vollständig abnehmen, lernen die Kinder bald, Situationen selbst besser einzuschätzen und auf Gefahren zu reagieren.

Die Aktion „Walking Bus“ fördert also die Selbstständigkeit der Schüler*innen im Straßenverkehr, reduziert den individuellen Bring- und Abholservice mit privaten Autos und hat außerdem positive Effekte auf die Gesundheit der Kinder. Sie bietet einen Ausgleich zu bewegungsarmer Freizeitgestaltung und animiert dazu, sich im Alltag mehr zu bewegen.

Gerade die Einschränkungen während der Pandemie haben die Bewegungsfreude der Schulkinder schwinden lassen und die Gefahr von gesundheitlichen und psychischen Problemen erhöht. Hier könnte mit der Installation von „Walking Busses“, die durch die Gemeinschaft die Freude am Schulweg steigern, effektiv und zügig entgegengewirkt werden. Zudem fördert die Aktion die Kommunikation der Kinder und ermöglicht einen Austausch schon vor der ersten Unterrichtsstunde. Die morgendliche Bewegung an der frischen Luft fördert die Konzentrationsfähigkeit und die Aufnahmebereitschaft und stärkt die Abwehrkräfte. Wird der Schulweg zu Fuß zurückgelegt, wird auch der Orientierungssinn geschärft.

Die „Walking Bus“ Initiative bringt aber nicht nur den Kindern Vorteile. Sie entlastet auch die Eltern dabei, den Schulweg ihrer Kinder zu organisieren und den engen Zeitplan am Morgen zu koordinieren. So kann der tägliche Zeitaufwand, die Kinder zur Schule zu bringen, unter mehreren Familien geteilt werden. Der „Walking Bus“ gibt Eltern die Gewissheit, dass ihr Kind jeden Tag von einem Erwachsenen begleitet wird. Nicht zuletzt schont jeder nicht mit dem Auto zurückgelegte Schulweg die Umwelt. Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 und die Feinstaubbelastung, die besonders beim Fahren kurzer Strecken entsteht, werden reduziert.

Die Idee des „Walking Bus“ stammt ursprünglich aus Großbritannien und setzt sich nach und nach auch in Deutschland durch. Das Konzept wird mittlerweile auch an drei Viersener Grundschulen praktiziert. So haben die Grundschule an der Zweitorstraße, die Gemeinschaftsgrundschule Dülken und die Paul-Weyers-Schule bereits gute Erfahrungen damit gemacht. Damit wir allen Kindern den sicheren Fußweg zur Schule mit dem „Walking Bus“ ermöglichen können, müsste die Verwaltung den konzeptionellen Aufbau organisatorisch unterstützen. Hierzu ist eine Kooperation mit den Schulleitungen und Elternvertretern, der Viersener Verkehrswacht und der Verkehrssicherheitsberatung der Polizei dringend angeraten. Dabei sind gemeinsam Routen auszuarbeiten, die den „Walking Bus“ keine großen Umwege laufen lassen, die Kinder aber immer auf dem sichersten Weg zur Schule führen. Es sind Haltestellen zu bestimmen und mit Schildern zu kennzeichnen. Außerdem soll die Stadt Viersen ein Budget für Materialkosten ausweisen. Dieses könnte beispielsweise für die Beschaffung und Installation der Halteschilder, die Finanzierung für reflektierende Warnwesten oder auch für die Gestaltung und den Druck von Informationsmaterial eingesetzt werden.

Nutzen wir also diese Aktion als gute Chance, den Schulweg unserer Kinder sicherer zu machen und den „Walking Bus“ als vollwertige Verkehrsinfrastruktur dauerhaft zu installieren.

 

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