27.09.2018 Gemeinsamer Antrag SPD Grüne Linke Opferliste der NS-Diktatur aktualisieren

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Anemüller,

die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE. im Rat der Stadt Viersen beantragen für die nächste Sitzung des Kultur- und Partnerschaftsausschusses am 05. November 2018, dass die Verwaltung mit dem Wunsch an das Kreisarchiv herantritt, dass die Liste der während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft von 1933 – 1945 ermordeten und verfolgten jüdischen Viersenerinnen und Viersener auf den heutigen wissenschaftlichen Stand gebracht wird. Darüber hinaus soll auch eine Liste der weiteren Viersener Todes- und Verfolgungsopfer des Nationalsozialismus erstellt werden.

Soweit die Forschungen Erkenntnisse über Unterstützerinnen und Unterstützer von Verfolgten hervorbringen, sollen auch diese in eine Liste aufgenommen werden.

Begründung:

In der aktuellen Diskussion zur Verlegung der Stolpersteine auf dem Gebiet der heutigen Stadt Viersen hat sich gezeigt, dass die der Stadt vorliegende Liste der ermordeten und verfolgten jüdischen Viersenerinnen und Viersener einige Lücken aufweist. Die Liste basiert auf jahrzehntealten Arbeiten: Die Auflistung der Süchtelner und Dülkener Opfer wurde 1991 vom damaligen Viersener Stadtarchivar Arie Nabrings erarbeitet. Im Falle der Namen der Alt-Viersener Opfer basieren die Ergebnisse auf der Arbeit des damaligen ehrenamtlichen Stadtarchivars Ferdinand Dohr aus dem Jahr 1965. Ein Abgleich mit anderen Auflistungen – so beispielsweise in anderen Publikationen, über das Bundesarchiv und Yad Vashem – hat in der näheren Vergangenheit gezeigt, dass in beiden Auflistungen noch einige Opfer fehlen, die zu ergänzen sind, um somit ein genaueres Bild der NS-Zeit in unserer Stadt zu erhalten.

Darüber hinaus ist über ermordete und verfolgte Viersenerinnen und Viersener, die zu anderen von den Nationalsozialisten verfolgten Gruppen gehören bisher kaum etwas bekannt. Auch hier soll eine Auflistung erarbeitet werden.

Ebenso sollen Menschen in Erfahrung gebracht werden, die sich selbst in Gefahr gebracht haben, weil sie verfolgten Menschen geholfen haben.

Noch gibt es möglicherweise Menschen, vielleicht sogar überlebende Opfer oder Helfer, die hier Informationen zur Aufklärung aus eigenen Erlebnissen beisteuern könnten.

Gerade vor dem Hintergrund, dass es in den letzten Wochen wieder „normal“ war, dass Hitlergruß und Hetzparolen in den Medien offen gezeigt wurden und zu hören waren, ist es wichtig an die Opfer und die couragierten Helferinnen und Helfer zu erinnern, die von den Nazis drangsaliert, gedemütigt und ermordet wurden.

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