Wahlprogramm

Du hast die Wahl: am 14. September kommunal

Wahlprogramm BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN

Viersen bewegen – nur mit uns!

Liebe Wählerin, lieber Wähler,

am 14. September haben Sie als Viersener Bürgerin oder Bürger die Wahl. Mit Ihrer Stimme wählen Sie den neuen Stadtrat und besetzen das Bürgermeisteramt. Wir Grünen wollen Ihnen dafür das beste Angebot machen – denn wir wollen Viersen bewegen. Die Interessen, Bedürfnisse und Sorgen der Menschen, die hier leben, stehen für uns dabei im Mittelpunkt. Im Rahmen unserer kommunalpolitischen Arbeit erfahren wir immer wieder auch von Ihnen, wo es in unserer Stadt nicht so gut läuft und was wir besser machen könnten. Das Ihnen hier vorliegende Programm ist das Ergebnis vieler Beratungen und Gespräche und spiegelt die Erfahrungen, die wir in den vergangenen fünf Jahren seit der letzten Kommunalwahl hier vor Ort gemacht haben. Zahlreiche Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmerinnen und Unternehmern und den Vertreterinnen und Vertretern von Vereinen, Sozialverbänden, Kirchen und anderer Einrichtungen und Institutionen sind darin eingeflossen. Denn wir wollen die Viersenerinnen und Viersener dabei mitnehmen, wenn wir uns auf politische Ziele für unsere Stadt festlegen.

Wir setzen weiterhin auf eine nachhaltige Wirtschaft, die auch sozialen und ökologischen Kriterien standhält und deren Wachstum keine unzumutbaren Belastungen für nachfolgende Generationen bedeutet. Wir setzen auf Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel, auf die Verkehrswende, damit es in Zukunft in Viersen auch mit dem Fahrrad klappt, auf die Vielfalt der natürlichen Lebensräume und Arten in der Stadtnatur, auf soziale Gerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit, auf verantwortungsvolle Digitalisierung und politische Transparenz. Wir setzen uns ein für ein Viersen, das auf seine Familien achtgibt und die Bedürfnisse aller Generationen fest im Blick hat. Das sind unsere Ziele, die wir auch dann nicht aus den Augen verlieren, wenn die Welt nach einfachen Lösungen verlangt – und die öffentlichen Kassen leer sind.

Wenn Sie also wie wir die Fahrradstadt herbeisehen, sich für die Stadtnatur begeistern können, wenn Sie mehr für Ihre Kinder wollen und wissen, dass Wirtschaftsförderung, Klima- und Umweltschutz keine Gegensätze darstellen, dann wählen Sie am 14. September mit allen Stimmen: BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN!

Verkehrswende? Nur mit uns!

Die Verkehrswende ist nicht nur eine Notwendigkeit im Klimaschutz, sondern auch eine Chance für mehr Lebensqualität in unserer Stadt. Doch während andere Städte konsequent auf klimafreundliche Mobilität umstellen, steckt Viersen noch im Stau der Vergangenheit fest. Wir Grünen setzen auf das Prinzip Fahrradstadt und auf sichere Fußwege, auf zuverlässige und eng getaktete Busverbindungen, auf die Antriebswende mit E-Autos.

Fahrradstadt Viersen 2035

Viersen braucht die Radwende und Viersen kann die Radwende! Mehr Radverkehr entlastet die Straßen und den Geldbeutel der privaten Haushalte. Wir GRÜNE haben daher einen klaren Plan, wie Viersen bis 2035 zu einer echten Fahrradstadt werden kann: Durch ein lückenloses und benutzerfreundlich ausgeschildertes Radwegenetz, das die bestehenden Wege in einen gut befahrbaren Zustand versetzt, viel genutzte Wegeverbindungen für den Radverkehr optimiert und das Unfallrisiko für Radfahrende deutlich mindert.

Die Realität für Radfahrende in Viersen ist leider immer noch frustrierend: fehlende oder abrupt endende Radwege, unklare Wegeführungen, gefährliche Kreuzungen und fehlende Abstellmöglichkeiten. Wir machen Schluss mit diesem Stückwerk! Unser Konzept ist ein optimiertes Radwegenetz, das alle Ortsteile sicher und einfach verbindet. Unsere Idee ist das „Grüne Band“: ein Hauptwegenetz für den Radverkehr, das intuitiv, direkt, schnell und kreuzungsarm durch die Stadt führt – mit klarer Markierung und Ausschilderung, ausreichender Breite und baulicher Trennung vom Autoverkehr, wo immer das möglich ist; mit fahrradfreundlichen Ampelschaltungen und Vorfahrt für Fahrräder, wo immer die StVO das hergibt; unter Einbeziehung neuer Fahrradstraßen, wo immer es die Situation erlaubt. Denn hier hat das Fahrrad Vorfahrt und das Auto ist „Gast“.

 Nicht überfahrbare Radfahrstreifen und Schutzstreifen sowie Markierungen durch Piktogrammketten (Fahrrad-Zeichnungen auf der Fahrbahn) sollen Radfahrende dort schützen, wo eine Fahrradstraße oder eigenständige Trassen für den Radverkehr nicht möglich sind.

Vor allem an Kreuzungen und Ampeln braucht es ein radikales Umdenken. Wir fordern fahrradfreundliche Ampelschaltungen mit Vorrangphasen für den Radverkehr und die Einrichtung von geschützten Kreuzungen nach niederländischem Vorbild. Besonders wichtig sind uns sichere Querungsmöglichkeiten an Hauptverkehrsstraßen, damit Radfahrende nicht minutenlang an roten Ampeln warten müssen, während der Autoverkehr fließt. Weg also mit allen „Bettelampeln“ – sofort!

Eine gute Ausschilderung und „intuitive“ Lenkung des Radverkehrs auf Vorrang-, Haupt- und Nebenrouten sind entscheidend dafür, ob Viersen sich den Titel „Fahrradstadt“ verdient. Und das Wichtigste: Ein gutes Fahrrad- und Fußwegenetz auf dem Papier nützt wenig, wenn die Strecken und Wege selbst nicht in einen gut begeh- bzw. befahrbaren Zustand gebracht werden. Schluss mit den Stolperpfaden und Ruckelstrecken! Eine verantwortungsvolle Verkehrspolitik für Menschen, die zu Fuß gehen, und für Radfahrende! Das wollen wir erreichen.

Zum Radfahren gehört auch das sichere Abstellen der Zweiräder: Orte mit hoher Besucherfrequenz – zum Beispiel Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen, zentrale Straßen und Plätze, Schulen, Krankenhäuser, Ärztezentren, Kultur- und Sportstätten, Gewerbegebiete und ÖPNV-Haltepunkte – müssen nicht nur gut an das Radwegenetz angeschlossen sein, sondern benötigen auch ausreichende, sichere und – wo immer möglich -überdachte Radstellplätze. Wir fordern: Vorrang für eine Radstation am Bahnhof, bevor dort in ein Parkhaus nur für PKW investiert wird. Für Lastenräder fordern wir spezielle Stellflächen.

Ladeinfrastruktur für E-Bikes: Bis 2027 soll es in jedem Ortsteil mindestens eine Schnellladestation für E-Bikes geben – kombiniert mit überdachten Abstellanlagen.

Sichere Schulwege

In der Familienstadt haben Kinder Vorrang! Jedes Kind in Viersen soll sicher zur Schule kommen können – vor allem mit dem Bus, zu Fuß oder mit dem Rad. Die Realität sieht heute leider noch anders aus. Die Verkehrsplanung für Kindertagesstätten und Schulen steckt noch in den Anfängen.

Oft fehlen vor allem sichere Querungshilfen. Viele Eltern trauen sich daher nicht, ihre Kinder allein zur Schule gehen oder mit dem Rad fahren zu lassen. Leider zu Recht! Auch daher verstopfen „Elterntaxis“ die Zufahrten und gefährden andere Kinder.

Wir fordern daher Priorität für die Verkehrsplanung „Schulen und Kindertagesstätten“ und sorgen dafür, dass an jeder Schule und Kita sichere Querungsmöglichkeiten geschaffen werden. Wir werden die Notwendigkeit temporärer Schulstraßen an den einzelnen Schulen prüfen, die zu den Bring- und Abholzeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt sind. Am Konzept der Hol- und Bringzonen halten wir fest. Das schafft Sicherheit für die Kinder und entlastet die Anwohnenden. In einem ersten Schritt werden wir an drei Schulen Pilotprojekte starten und diese bei Erfolg auf alle Schulen ausweiten. Das Projekt „Walking Bus“ für den gemeinsamen, ehrenamtlich betreuten Schulweg zu den Grundschulen wollen wir an allen Standorten erneuern und stärken.

Sichere Fußwege und Verkehrssicherheit

Ebenso wie die Radfahrenden benötigen auch Menschen zu Fuß ein sicheres, gut ausgebautes Wegenetz. Bürgersteige mit einer ausreichenden Breite, auf der sich zwei Menschen zu Fuß im Gegenverkehr ohne Probleme passieren können, sollten überall eine Selbstverständlichkeit sein. Dafür wollen wir uns in Viersen einsetzen.

Fußgängerzonen sind autofreie Zonen mit hoher Aufenthaltsqualität. Autos haben hier nichts verloren. Wir werden die ausgewiesenen Fußgängerzonen konsequent gegen illegales Parken und Durchfahren schützen. Für Radfahrende sollen Fußgängerzonen offenbleiben, wo das ohne Gefährdung der zu Fuß gehenden Menschen möglich ist. Schrittgeschwindigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer sind dafür unabdingbare Voraussetzung.

Wir fordern geschützte Übergänge für Zufußgehende, wo immer die StVO das hergibt: Wir starten daher die Viersener „Zebrastreifen-Offensive“. Fußwege und Radwege sind nach Möglichkeit getrennt zu führen, um die Fußgängerinnen und Fußgänger in besonderer Weise zu schützen.

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr wollen wir die neuen Regelungen der StVO für mehr Tempo-30-Straßen und -zonen nutzen. Das reduziert auch Lärm und Abgase.

Tempo-30-Straßen sind aber nicht nur auszuschildern, sondern zum Beispiel durch Fahrbahnverengungen und -verschwenkungen oder „Drempel“ baulich zu sichern. Dialog-Displays („Smileys“) weisen überall dort, wo es nötig ist, auf mögliche Regelverstöße hin.

Mit dem Bus besser ankommen

Busse sind die perfekte Ergänzung zum Rad- und Fußverkehr. Vor allem die jüngeren und älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch körperlich eingeschränkte Menschen sind auf gute und zuverlässige öffentliche Mobilitätsangebote angewiesen. Neben einem eng getakteten Angebot auf allen bestehenden Strecken setzen wir für die Randzeiten und schlecht angeschlossenen Teile der Stadt auf flexible On-Demand-Angebote wie Rufbusse und Shuttle-Services, die per App gebucht werden. Wir werden uns für eine bessere Anbindung der drei Busbahnhöfe an den Bahnhof einsetzen und dafür auch eine neue Busverbindung prüfen. Gewerbegebiete, wie z.B. Dülken-Mackenstein, müssen auch in Randzeiten (Schichtbetrieb) per ÖPNV erreichbar sein. Für Jugendliche prüfen wir die Einführung von Nachtbussen an den Wochenenden.

Barrierefreiheit ist für uns nicht verhandelbar. Um auch Menschen mit Behinderungen den Zugang zum öffentlichen Personenverkehr zu ermöglichen, müssen alle Busse und Bushaltestellen barrierefrei nutzbar sein.

Das Auto bleibt – seine Zukunft ist elektrisch!

Die Zukunft des Autos ist elektrisch. Wir werden daher die öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Autos fördern und vorantreiben, damit sich auch Menschen ohne eigene Wallbox für ein E-Auto entscheiden können.

Grüne Stadt? Nur mit uns!

Viersen ist eine grüne Stadt mit unglaublichem Potenzial – mit zum Teil historischen Parks, Wäldern, Landschafts- und Naturschutzgebieten. Trotz dichter Besiedlung sind das grüne Umland und zunehmend auch das städtische Grün ein Lebensraum für viele – teilweise sogar seltene – Tiere und Pflanzen. Diese natürlichen Schätze sind nicht nur schön anzusehen und eine angenehme Kulisse für die Freizeit, sondern bilden die Grundlage für unsere Lebensqualität und die Anpassung an den Klimawandel. Wir GRÜNE machen Viersen noch mehr zu einer grünen Stadt, in der Bäume und Pflanzen im Sommer für kühle Momente, Schatten und Erholung sorgen.

Grüne Orte der Begegnung

Wir geben den Menschen den öffentlichen Raum zurück und schaffen neue Orte der Begegnung für alle Generationen – in den Fußgängerzonen, auf öffentlichen Straßen und Plätzen, mit Sitzgelegenheiten, Begrünung, Wasserflächen und Spielmöglichkeiten. Die historischen Parkanlagen in Alt-Viersen wollen wir durch eine „Park-Route“ mit Leit- und Informationssystem besser für Besucherinnen und Besucher erschließen. Die Einführung eines umfassenden und übergreifenden, digital unterstützten Informationssystems für das gesamte Stadtgebiet, das auf unseren Antrag hin als „Viersener Natur- und Kulturpunkte“ bereits durch den Stadtrat beschlossen wurde, werden wir positiv begleiten. Seine weitere Entwicklung wollen wir in Abstimmung mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Vereinen beschleunigen.

Wir schaffen Hundefreilaufflächen in allen Ortsteilen. Eine erste am Hohen Busch wurde auf unseren Antrag hin bereits eingerichtet, aber auch kleinere Flächen in innerstädtischen Parkanlagen kommen hierfür in Betracht.

Klimaschutz ist Pflicht – nicht Kür

Die Klimakrise ist längst in Viersen angekommen. Hitzesommer, Starkregenereignisse und Trockenperioden zeigen: Wir müssen jetzt handeln! Wir GRÜNE setzen uns für den konsequenten Klimaschutz ein. Dazu gehört der massive Ausbau der erneuerbaren Energien auf kommunaler Ebene. Wir fordern eine Photovoltaik-Offensive für Viersen: Alle geeigneten städtischen Dächer müssen mit Solaranlagen ausgestattet werden – und zwar auf der gesamten Dachfläche, soweit dies technisch möglich ist. Die ungenutzten Flächen über städtischen Parkplätzen bieten enormes Potenzial: Solar-Carports erzeugen gleichzeitig klimaneutralen Strom und spenden Schatten. Wir wollen die Gründung von Bürgerenergiegenossenschaften unterstützen und die Beteiligung der Stadt an Projekten für Wind- und Solarenergie im Stadtgebiet prüfen. Für die zu erwartenden großen Mengen von Strom aus erneuerbaren Quellen unterstützen wir die Planungen für dezentrale Batteriespeicher in den Quartieren.

Die Wärmewende beginnt vor Ort! Vorrangig für neue Siedlungsgebiete (Wohnen und Gewerbe), aber auch im Bestand (z.B. im Gewerbegebiet Mackenstein) wollen wir den Ausbau von Wärmenetzen vorantreiben, die Heizenergie auf der Grundlage erneuerbarer Energien zur Verfügung stellen.

 Gemäß den Untersuchungsergebnissen des Geologischen Dienstes des Landes NRW sollen tiefe oder oberflächennahe Geothermie dabei nach Möglichkeit als Wärmequellen genutzt werden. Das Potenzial von Abwässern als Wärmequelle wollen wir intensiv prüfen.

Wir unterstützen die Teilnahme der Stadt Viersen am unabhängigen Umwelt-Audit „European Energy Award“ und wollen die Zertifizierung im Gold-Standard erreichen. Die treibhausgas-neutrale Stadtverwaltung soll deutlich vor 2045 Realität werden.

Wir fordern weiterhin die Einrichtung eines Fachbeirats für den Klimaschutz als beratendes Gremium. Grün in Verantwortung beteiligt die gesellschaftlichen Interessen, um vor Ort vorhandene Kompetenzen zu nutzen und einen tragfähigen gesellschaftlichen Konsens für den Klimaschutz vor Ort zu fördern.

Klimaanpassung jetzt!

Stadtentwicklung umfasst bei steigenden Durchschnittstemperaturen auch Klimaanpassung und Klimaresilienz in allen Planbereichen. Wir fordern, das Prinzip „Schwammstadt“ in der Stadt- und Bauleitplanung konsequent zu verankern: Unversiegelte Flächen im Siedlungsbereich, Pocket-Parks (Mini-Parkanlagen), Baumrigolen (zur Wasseraufnahme im Wurzelraum), Versickerungsmulden und begrünte Dächer fangen Regenwasser auf und speichern es. Das entlastet kurzfristig die Kanalisation, schützt vor Überschwemmungen bei Starkregen und kühlt auch die Stadt in Hitzephasen ab. Hitzeaktionspläne treten bei extremen Temperaturen in Kraft. Damit schützen wir die Gesundheit der Menschen und bewahren insbesondere kleinere Kinder, ältere Menschen und Kranke vor gesundheitlichen Schäden. Öffentliche Trinkbrunnen auch in Parks und auf Spielplätzen machen Hitzephasen in Zukunft erträglicher.

Grünräume sichern – Natur erlebbar machen

Viersens grüne Lunge braucht Schutz und Pflege. Wir GRÜNE stehen für den konsequenten Erhalt unserer Wälder, Landschafts- und Naturschutzgebiete und setzen uns für nachhaltige Pflegekonzepte ein. Die bestehenden Parks und Stadtwälder wollen wir nicht nur erhalten, sondern ökologisch aufwerten und erweitern. Hierzu ist ein „Parkpflegewerk“ einzurichten, das einen Zielzustand und die dazu notwendigen Maßnahmen beschreibt.

Dabei achten wir besonders auf insektenfreundliche, heimische Arten und klimaresistente Bepflanzung. Grüne Oasen verbessern das Stadtklima, fördern die Biodiversität und bieten Raum für Naturerfahrung direkt vor der Haustür.

Von der anstehenden Neuaufstellung der Landschaftspläne erwarten wir die Einrichtung eines neuen Naturschutzgebietes in der Flächenkulisse der Süchtelner Höhen aufgrund ihrer landeskundlichen Besonderheiten – so wie bereits geschehen in der Bockerter Heide. In diesen Prozess wollen wir die städtischen Flächen einbringen und das Verfahren durch positive Stellungnahmen unterstützen.

Wir wollen die Freizeitnutzung in der Flächenkulisse Süchtelner Höhen und Hoher Busch fördern und zugleich die bestehenden Konflikte zwischen Naturschutz und Freizeitnutzung regulieren, um auch ungestörte Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Für Radfahrende und Zufußgehende muss ein gutes Wegenetz in Stand gehalten werden.

Die Einbeziehung der Öffentlichkeit in das Konzept der naturnahen Waldentwicklung durch das Angebot von Patenschaften, Jubiläums- und „Hochzeitswälder“ und öffentliche Pflanzaktionen in Zusammenarbeit mit Privatleuten, Unternehmen und Vereinen unterstützen wir ausdrücklich.

Die naturverträgliche Weiterentwicklung des Wildgeheges auf den Süchtelner Höhen zu einem Naturerlebnisstätte mit Umweltbildungszentrum wollen wir prüfen und nach Möglichkeit umsetzen. Eine Aussichtsplattform in Holzbauweise im Bereich des Hohen Buschs oder der Süchtelner Höhen soll in Zukunft eine gute Fernsicht bieten. Wir wollen die Möglichkeiten für weitere Wanderparkplätze am Rande des Waldgebiets prüfen

In den bestehenden Naturschutzgebieten im Viersener Stadtgebiet – Bockerter Heide, Salbruch, Fritzbruch, Rintgerbruch – wollen wir in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen, dem Niersverband und dem Wasser- und Bodenverband Mittlere Niers einen eigenen städtischen Beitrag dazu leisten, die Schutzziele zu erreichen, damit sich diese Flächen zu extensiv genutzen, artenreichen und vielfältigen Lebensräumen entwickeln können. Dies gilt insbesondere für die Bockerter Heide als Quellort des Hammer Bachs, den wir ökologisch aufwerten und wasserwirtschaftlich wieder in Funktion bringen wollen, indem wir das Niederschlagswasser länger in der Landschaft halten. In Kooperation mit den genannten Akteuren sollen auch an anderen Stellen natürliche Quellorte und Wasserstellen reaktiviert bzw. künstliche Kleingewässer für wildlebende Tiere angelegt werden.

Auch andere Fließgewässer in Viersen sind immer noch an vielen Stellen in keinem guten ökologischen Zustand. Wir wollen daher unseren städtischen Beitrag für natürliche, saubere und artenreiche Gewässer deutlich verstärken. Gemeinsam mit anderen verantwortlichen Akteuren stehen wir dafür ein, unsere Gewässer wieder zu artenreichen Lebens – und vielfältigen Erlebnisräumen umzugestalten. Wo es möglich ist, sollen kanalisierte und verrohrte Strecken renaturiert, schädliche Einflüsse und Einträge aus der Umgebung unterbunden werden. Das hilft der Natur und ist zugleich ein natürlicher Schutz vor Hochwasser, denn naturnahe Gewässerverläufe nehmen deutlich mehr Wasser auf und schützen so die besiedelten Flächen vor Überflutungen.

Wir wollen Weg-, Feld- und Gewässerraine auf öffentlichem Grund zu ökologisch intakten Biotopverbundlinien entwickeln. Die unzulässige landwirtschaftliche Nutzung auf diesen Flächen werden wir unterbinden. Die auf unseren Antrag hin beschlossene Initiative der Stadtverwaltung wollen wir positiv begleiten und deutlich beschleunigen.

Wir unterstützen den zuständigen Kreis Viersen dabei, gegen viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser in Stadt und Kreis vorzugehen – verursacht u.a. durch nicht fachgerechtes Düngen. Mit den eigenen Pächtern werden entsprechende Verträge (neu) abgeschlossen.

Wir wollen die Pachtverträge für die landwirtschaftliche Nutzung städtischer Flächen an ökologische Kriterien binden. Pächter sollen auf Pestizide verzichten, nur fachgerecht minimiert düngen, an Agrarumweltmaßnahmen teilnehmen und dauerhafte Blühstreifen und Feldgehölze anlegen und pflegen.

Wir wollen weiterhin neue Wälder auf städtischen Flächen gründen und die Verwaltung dabei unterstützen, den vorhandenen Wald in klimastabilen, möglichst naturnahen Mischwald umbauen, um die Artenvielfalt zu fördern und Kohlendioxid-Speicher gegen den Klimawandel anzulegen.

Naturwaldzellen, die der natürlichen Entwicklung überlassen und nicht mehr bewirtschaftet werden, können diese Entwicklung unterstützen. Der steigende Totholz-Anteil bietet Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Für die Einrichtung mindestens einer naturschutzrechtlich festgelegten Naturwaldzelle im Stadtgebiet wollen wir uns einsetzen.

Stadtnatur – grüne Oasen schaffen!

Eine ökologisch wertvolle Begrünung wertet das Stadtgebiet auf und dient nicht nur Pflanzen und Tieren, sondern auch den Menschen, die hier wohnen. Die Stadtverwaltung sollte dabei als Vorbild für die Bürgerinnen und Bürger in Erscheinung treten. Städtische Wälder, Parks, straßenbegleitendes Grün und Grünflächen aller Art sollen daher nutzbringend für Mensch und Natur bewirtschaftet werden. Versiegelte Böden wollen wir entsiegeln, wo immer das möglich ist.

Schottergärten sind dagegen ökologische Wüsten und heizen unsere Stadt zusätzlich auf. Wir setzen uns für die konsequente Durchsetzung des bestehenden Verbots ein –mit den Mitteln des Baurechts, aber auch durch kostenlose Beratungsangebote und Förderprogramme. Bei der naturnahen Umgestaltung ihrer Gärten sollen Bürgerinnen und Bürger auf den Rat der Stadtverwaltung zählen können. Einen jährlicher Förderwettbewerb für die Umgestaltung von eintönigen und artenarmen Vorgärten, insbesondere von sogenannten „Schottergärten“, in naturnahe, insektenfreundliche Vorgärten, wollen wir ausschreiben.

Geeignete öffentliche Flächen wollen wir für Urban Gardening-Projekte öffnen. Gemeinschaftsgärten stärken den sozialen Zusammenhalt, fördern die Biodiversität und produzieren gesunde Lebensmittel direkt in der Stadt. Wir unterstützen Initiativen mit Fördermitteln, Beratung und langfristigen Nutzungsverträgen.

Bäume sind die grünen Lungen unserer Stadt. Wir werden uns daher auch weiterhin für eine Baumschutzsatzung einsetzen, die wertvollen alten Bäumen auch auf privaten Grundstücken Schutz verleiht. Der Schutz von Stadtbäumen und öffentlichem Grün hat für uns Priorität. Bei jedem Bauprojekt muss der Erhalt des Baumbestands im Vordergrund stehen. Wo Fällungen unvermeidbar sind, fordern wir hochwertige Ersatzpflanzungen im unmittelbaren Umfeld. Für jeden Baum, den die Stadt oder ihre Tochtergesellschaften für Bau- und Entwicklungsmaßnahmen fällen, müssen mindestens zwei neue gepflanzt werden. Eine Pflanzoffensive der Verwaltung unterstützen wir durch ausreichende Mittel aus dem städtischen Haushalt.

Pocket-Parks sind kleine, aber feine grüne Refugien für Mensch und Natur mitten im städtischen Siedlungsraum.

Man benötigt hierfür keine großen Flächen, sondern nur ausreichend Platz für ein paar große, schattenspendende Bäume, kleinere Gehölze, naturnahe Stauden, einen Weg und ein paar Bänke – fertig ist ein grünes Paradies für die Nachbarschaft. Davon brauchen wir viel mehr!

Kinder brauchen Natur! Deshalb gestalten wir die Außenbereiche von Schulhöfen und Kindertagesstätten zu grünen Lernorten um. Statt versiegelter Flächen schaffen wir naturnahe Spielräume mit Sträuchern, Bäumen und Wasserflächen. Mit Lehrgärten mit Beeten und Hochbeeten zum Anbau von Obst und Gemüse wollen wir an den Viersener Schulen einen didaktischen Mehrwert erzielen. So erleben Kinder von klein auf den Wert der Natur und lernen spielerisch ökologische Zusammenhänge kennen.

Umweltbildung & Beteiligung

Umwelt- und Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Wir fördern Umweltbildungsprojekte in Schulen und Quartieren, um das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge zu stärken. Naturerfahrung und Umweltwissen sollen für alle zugänglich sein. Wir unterstützen Initiativen, die nachhaltiges Handeln im Alltag fördern: Reparaturcafés, in denen kaputte Geräte wieder fit gemacht werden, Saatgutbörsen für den Austausch alter Sorten und vielfältige Mitmachangebote, die Menschen zusammenbringen und Ressourcen schonen.

Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist unverzichtbar für eine grüne Stadt. Wir schaffen die Rahmenbedingungen für Pflegepatenschaften, bei denen die Nachbarschaft Verantwortung für städtische Baumscheiben, Beete oder kleine Grünflächen übernehmen kann. Die Stadt unterstützt mit Material, Beratung und Anerkennung. So wird Viersen gemeinsam zur blühenden, lebendigen und klimaresilienten Stadt im Grünen.

Wir wollen in Kooperation mit dem Kreis und privaten Trägern die Einrichtung eines Umweltbildungszentrums am Wildgehege auf den Süchtelner Höhen prüfen.

Die Einführung des auf unseren Antrag hin eingerichteten „Viersen-Budgets“ für lokale Projektideen von Privatleuten, Verbänden und Vereinen wollen wir positiv begleiten. Die direkte Beteiligung der Menschen bei der Vergabe von Haushaltsmitteln stärkt die demokratischen Strukturen unserer Gesellschaft und schließt eine Lücke bei der Stärkung des Ehrenamts. Perspektivisch wollen wir das Budget von 50.000 Euro auf 1 Euro pro Einwohnerin/Einwohner steigern – derzeit also rund 80.000 Euro im Jahr.

Die auf unseren Antrag hin beschlossene „Woche der Nachhaltigkeit“ werden wir weiterhin nachdrücklich unterstützen und wollen weitere Organisationen, Unternehmen und Vereine für eine Teilnahme gewinnen.

Familienstadt? Nur mit uns!

Familien sind das Herz unserer Stadt Viersen. Sie brauchen Unterstützung, die zu ihrem Leben passt – unabhängig davon, wie sie zusammenleben, woher sie kommen oder wie viel Geld sie haben. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass alle Familien in Viersen die Bedingungen vorfinden, die sie für ein gutes Leben brauchen.

Eine familienfreundliche Stadt denkt Kinder und Jugendliche bei allen Planungen mit. Dazu gehören sichere Schulwege ebenso wie kind- und jugendgerechte Bildungs- und Freizeitangebote, ausreichende Betreuungsangebote, ein vitales Vereinsleben und bezahlbarer Wohnraum. Öffentliche Räume müssen noch familienfreundlicher werden. Wir wollen mehr Wickel- und Stillmöglichkeiten in städtischen Einrichtungen und Geschäften, öffentliche Trinkbrunnen auch in Parks und auf Spielplätzen sowie öffentliche Toilettenanlagen in den Innenstädten von Alt-Viersen, Dülken und Süchteln. So wird Viersen immer mehr zu einer Stadt, in der sich Familien willkommen und unterstützt fühlen.

Bildung, die alle mitnimmt

Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Doch noch immer hängen Bildungschancen stark vom Elternhaus ab. Wir wollen, dass jedes Kind in Viersen seine Potenziale entfalten kann. Deshalb setzen wir uns für eine attraktive und leistungsfähige Schullandschaft in Viersen ein und unterstützen insbesondere alle bestehenden Angebote der weiterführenden Schulen. Bei steigender Beanspruchung durch soziale Herausforderungen kommt dem Ausbau der Schulsozialarbeit an allen Schulformen eine besondere Bedeutung zu. Dies gilt besonders auch für die digitale Bildung, die mehr bedeutet als die Nutzung von WLAN und Tablets im Unterricht. Wir fordern ein ganzheitliches Konzept, bei dem technische Ausstattung, pädagogische Konzepte und IT-Support zusammengedacht werden. Schulen brauchen verlässliche technische Unterstützung vor Ort, damit digitale Geräte nicht in der Ecke verstauben, sondern sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können.

Wir wollen die Entwicklung von Familiengrundschulzentren positiv begleiten und die Öffnung der Kindertagesstätten in das gesellschaftliche Umfeld fördern.

Demokratie will gelernt sein! Wir setzen uns für noch mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ein. Junge Menschen sollen erfahren, dass ihre Stimme zählt und sie ihre Stadt aktiv mitgestalten können. Das Jugendforum und das bewährte „Kommunalpolitische Praktikum“ wollen wir daher weiterführen und perspektivisch weiter ausbauen. Demokratieprojekte an Schulen wollen wir unterstützen.

Betreuung, die Familien entlastet und Erwerbsarbeit für beide Partner ermöglicht

Familien brauchen verlässliche Betreuungsangebote für ihre Kinder. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an den Schulen kommt. Die Verwaltung arbeitet bereits mit Hochdruck an der Umsetzung. Doch auch die Qualität muss stimmen! Wir setzen uns für eine Offene Ganztagsbetreuung (OGS) ein, die mehr ist als Verwahrung und abwechslungsreiche, kindgerechte Spielmöglichkeiten innen und im Außenbereich anbietet. Dazu braucht es ausreichend qualifiziertes Personal, das fair bezahlt wird, und Räume, die zum Spielen, Lernen und Entspannen einladen.

Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen und müssen entsprechend ausgestattet sein. Wir setzen den bedarfsgerechten Ausbau von Kita-Plätzen fort, um den Bedarf der Familien möglichst wohnortnah zu decken. Dabei achten wir auf flexible Öffnungszeiten, die den Bedürfnissen berufstätiger Eltern entsprechen. Gleichzeitig müssen die städtischen Erzieherinnen und Erzieher gute Arbeitsbedingungen erhalten, um den Beruf attraktiver zu machen. Reduzierte Öffnungszeiten aus Personalmangel dürfen nicht die Regel werden und nur im äußersten Notfall gelten.

Wir wollen das Ferienbetreuungsangebot in Viersen weiterentwickeln, Betreuungslücken schließen und allen Kindern spannende Ferienaktivitäten ermöglichen – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

Alle städtischen Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche sollen eine gesunde und nahrhafte Verpflegung anbieten. Ein Anteil von Lebensmitteln in Bio-Qualität von 30 % und vollwertige Lebensmittel, die nach Möglichkeit saisonal in der Region verfügbar sind, können dazu beitragen, dass sich Kinder gut entwickeln und gesunde Ernährungsgewohnheiten annehmen. Für vegetarisch oder vegan lebende Kinder müssen alternative Speisen angeboten werden. Dafür wollen wir uns einsetzen.

Kinder und Jugendliche – Freiräume zum Wachsen und Entdecken

Kinder brauchen analoge Räume in der wirklichen Welt zum Spielen und Toben! Wir setzen uns daher weiter für die Modernisierung und inklusive Gestaltung aller Spielplätze in Viersen ein. Jeder Spielplatz soll barrierefrei zugänglich und schattenspendend angelegt sein. Begrünte Flächen, Wasser- und Matschzonen sowie kreativ nutzbare Anlagen und Geräte bieten Kindern Erlebnisräume. Der beliebte Spielbus soll erhalten und sein Angebot ausgebaut werden, um auch abgelegene Wohngebiete zu erreichen.

Jugendliche brauchen eigene Räume. Wir wollen das Angebot städtischer, kirchlicher und vereinsseitiger Jugendtreffs in allen Ortsteilen überprüfen, stärken und ausbauen. In jedem Ortsteil müssen öffentliche Jugendräume im Freien vorhanden sein. Diese sollen gemeinsam mit den Jugendlichen gestaltet werden. Die Neu-Anlage der Freizeitstätte am Hohen Busch soll unter diesem Gesichtspunkt neu überdacht werden. Als Treffpunkt für junge Menschen kommt ihr besonders in den Sommermonaten eine besondere Bedeutung zu – ob nun mit sportlichen Ambitionen – oder einfach nur zum gemeinsamen Chillen. Durch eine einladende Wegeverbindung von den Sportstätten am Hohen Busch zum nahen Stadtgarten Dülken wollen wir auch diesen nach der geplanten Aufwertung und Sanierung besser in das Freizeitangebot für alle Generationen einbinden.

Ein Freibad wird derzeit im Stadtgebiet schmerzhaft vermisst. Wir wollen daher die Möglichkeiten für eine Außenbadeanlage mit großer Liegewiese am stadteigenen Hallenbad Ransberg prüfen und entsprechende Planungen positiv begleiten.

Jedes Kind soll schwimmen lernen! Das Schwimmenlernen muss wieder eine Selbstverständlichkeit werden. Wir wollen die Schwimm-Quote unter Schülerinnen und Schülern weiter erhöhen und dazu alle Initiativen der Schulen und Sportvereine aktiv unterstützen, die sich diesem Ziel verschrieben haben.

Kulturelle Angebote für Jugendliche kommen derzeit in Viersen noch zu kurz. Wir wollen nicht zulassen, das digitale Welten sich für sie zum einzigen Treffpunkt entwickeln und fördern analoge Begegnungsstätten, Kultur- und Freizeitangebote, die sich konkret an junge Menschen wenden.

Dazu zählt auch die Sommerbühne auf dem Hohen Busch, die nach den – finanziellen – Möglichkeiten der Stadt möglichst jährlich stattfinden soll. Die städtischen Kulturangebote für Kinder und Jugendliche müssen für Familien aller Einkommensstufen erschwinglich bleiben.

Digitale Freizeitwelten & E-Gaming

Digitale Räume sind längst selbstverständlicher Teil der Lebenswelt junger Menschen. E-Sport, Gaming, kreatives Streamen und digitale Communities eröffnen soziale, kreative und sogar berufliche oder unternehmerische Perspektiven. Wir GRÜNE nehmen diese Lebensrealität ernst.

Wir setzen uns dafür ein, dass Jugendzentren in Viersen zu Orten digitaler Teilhabe weiterentwickelt werden. Mit professioneller Technik, betreuten Gaming-Räumen sowie Angeboten zur Förderung von Medienkompetenz und digitaler Kreativität. Gemeinsam mit Schulen und Vereinen wollen wir lokale E-Sport-Gruppen und Turniere unterstützen und so den fairen und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Spielen stärken.

Wir prüfen die Einrichtung eines „Digitalen Jugendstudios“, in dem Jugendliche spielen, streamen und eigene Inhalte produzieren können – sicher, inklusiv und frei von kommerziellem Druck. Die städtischen Büchereien sehen wir als ideale Orte für digitale und kreative Angebote. Nach dem Vorbild anderer Büchereien könnten hier multifunktionale Studios für Podcast- und Videoproduktionen entstehen. So werden Büchereien zu modernen Lern- und Begegnungsorten im digitalen Zeitalter.

Kultur und Begegnung

Kultur schafft Identität, Begegnung und neue Perspektiven. Wir GRÜNE setzen uns für eine vielfältige Kulturlandschaft in Viersen ein, die allen Menschen offensteht. Wir werden dazu nicht nur die städtischen Kulturstätten weiterhin mit einem attraktiven Angebot an bildender Kunst, Theater, Musik und Tanz bespielen, sondern auch das Gesamtangebot stärker in den Blick nehmen und einen städtischen Beitrag dazu leisten, private Kunst- und Kulturorte dauerhaft zu unterhalten und für Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

Barrierefreie Kulturangebote, Kulturtickets für junge Menschen und Räume für neue Formate – von Theater über Streetart bis zur Sommerbühne – machen Viersen lebendig und inklusiv.

Wir wollen die freie Szene stärker fördern, Zwischennutzungen für kreative Projekte ermöglichen und Stadtkultur sichtbarer machen.

Wir setzen uns ganz besonders dafür ein, vorhandene Bühnen, Werk- und Proberäume zu erhalten und auch Neugründungen zu fördern, damit Kunstschaffende Räume vorfinden, wo sie ihre Kunst ausüben, ihre Talente entwickeln und Gleichgesinnte treffen können. Dafür schaffen wir technische Upgrades, mietfreie Nutzungsmodelle und Stipendien – insbesondere für junge Menschen.

Wir werden dafür Sorge tragen, dass unsere Märkte, Straßen- und Stadtteilfeste ein Ausdruck einer lebendigen und offenen Stadtkultur bleiben. Wir möchten die Beschicker und Veranstalter nach Kräften unterstützen – und erwarten dafür zum Beispiel den Verzicht auf Einmalgeschirr, -gläser und –besteck aus Plastik.

Wir möchten Kultur zu den Menschen bringen: Ob als Straßenmusik, als Theater oder Konzert in den öffentlichen Parkanlagen oder in den Bürgerhäusern von Dülken und Süchteln – wir setzen uns dafür ein, dass alle Stadtteile durch öffentliche Veranstaltungen wieder lebendiger und kommunikativer werden.

Die Viersener Stadtbibliothek entwickelt sich zunehmend zu einem generationenübergreifenden Ort der Begegnung mit hoher Aufenthaltsqualität. Das Gebäude am Viersener Rathausmarkt entspricht dieser Anforderung schon in idealer Weise. Der geplante Aus- und Umbau des Weberhauses wird ein deutlich verbessertes Angebot auch im Ortsteil Süchteln schaffen. Das städtische Bibliotheksangebot wollen wir an allen drei bestehenden Standorten erhalten und deren Entwicklung zu „Dritten Orten“ weiterhin positiv begleiten. Hier können und sollen auch vermehrt Bildungsangebote zur Digitalität ihren Platz finden. Zugleich müssen medienpädagogische Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Programm der Stadtbibliothek stärker Berücksichtigung finden. Die Stärkung der Medienkompetenz ist ein wichtiges Mittel, um unsere Gesellschaft und unsere Demokratie zu schützen.

Um populistischen, faschistischen und rassistischen Strömungen in Viersen keinen Raum zu geben, werden wir aktiv die Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus wachhalten und unterstützen die in der Erinnerungskultur engagierten Viersener Vereine dabei, die Geschichte unserer Stadt während der Zeit des Nationalsozialismus für die Öffentlichkeit aufzuarbeiten. Die geplante Einrichtung einer Gedenkstätte im ehemaligen jüdischen Schul- und Bethaus an der Rektoratstraße werden wir positiv und konstruktiv begleiten.

Kulturelle Arbeit soll auch Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund aktiv einbeziehen und kann so zu einer liberalen, toleranten und weltoffenen Gesellschaft beitragen.

Vielfalt und Zusammenhalt

Viersen ist vielfältig – und das ist eine Stärke. Diskriminierung hat in unserer Stadt keinen Platz. Wir stehen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus und für LSBTIQ*-Rechte – und schaffen oder stärken niedrigschwellige Anlaufstellen für Betroffene. Wir GRÜNE stehen für eine Stadt, in der alle Menschen sicher und selbstbestimmt leben können – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Behinderung. Beratungsangebote für queere Jugendliche wollen wir stärken.

Die sechs Viersener Städtepartnerschaften wollen wir neu beleben, damit alle Seiten gleichermaßen vom Austausch der Stadtkulturen auf Augenhöhe profitieren. Wir wollen alle gesellschaftlichen Gruppen dabei einbeziehen, damit alle Aspekte der Kultur und das ganze Themenspektrum der Verwaltung in diesen lebendigen Austausch mit unseren Partnern einfließen können. Auch im Klima-, Natur- und Umweltschutz können Kommunen in verschiedenen Ländern und Regionen noch viel voneinander lernen. Unser besonderes Augenmerk richtet sich auf die Städtepartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Kaniw (russ. Kanew) und die dort lebenden Menschen, die seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ihren Alltag unter teilweise schwersten Bedingungen gestalten müssen.

Gemeinsam mit den örtlichen Unternehmen, Verbänden und Vereinen wollen wir unsere Stadt als erklärte Fair-Trade-Stadt neu positionieren und frische Impulse für das Fair-Trade-Sortiment des Viersener Einzelhandels einbringen.

Geflüchtete und zugewanderte Menschen wollen wir besser in Politik und Gesellschaft einbinden, Angebote zur Integration fördern und die interkulturelle Öffnung der Verwaltung vorantreiben. Ehrenamtliche Initiativen der Flüchtlingshilfe wollen wir unterstützen. Um Konflikten vorzubeugen und allen aus ihrer Heimat geflüchteten Menschen, die sich vorübergehend oder dauerhaft in Viersen aufhalten, ein Leben in Würde zu ermöglichen, bleibt die dezentrale Unterbringung in allen Ortsteilen unser langfristiges Ziel. Den neu zu bildenden Integrationsausschuss des Stadtrats wollen wir positiv begleiten und in seiner Arbeit stärken.

Wohnungslose Menschen sollen in Viersen tagesstrukturierende Angebote vorfinden, die Begegnung, Beratung und Beschäftigung ermöglichen, damit sie den Weg zurück in Gesellschaft und Beruf finden. Wir wollen den Bedarf und die Möglichkeiten für eine Tagesstätte für obdachlose Menschen in Viersen prüfen.

Vereinsleben und Ehrenamt

Viersen lebt vom ehrenamtlichen Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger – in Sportvereinen, Kulturinitiativen, Nachbarschaftsprojekten und sozialen Organisationen. Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft und verdient daher besondere Wertschätzung und Unterstützung.

Wir wollen die hauptamtliche Vereinsförderung innerhalb der Verwaltung ausweiten, die zu Fördermitteln berät und zum Beispiel für Vereinsgründung, Digitalisierung und Nachwuchsgewinnung als Ansprechpartner bereitsteht. Besonders in strukturschwachen Ortsteilen wollen wir die ehrenamtlichen Initiativen für Begegnungsorte und Vereinsräume stärken und fördern.

Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wollen wir Ehrenamt und Vereinsleben noch sichtbarer machen und zur verdienten Anerkennung der ehrenamtlich engagierten Menschen beitragen.

Das von uns beantragte und bereits vom Rat beschlossene „Bürger-Budget“ von 50.000 Euro im Jahr für ehrenamtlich ausgeführte Projektideen wollen wir konstruktiv begleiten und nach Möglichkeit erhöhen.

Nachhaltiges Bauen und bezahlbares Wohnen

Die Wohnungspolitik steht auch in Viersen vor großen Herausforderungen: Auch jüngere Singles, ältere Menschen und einkommensschwache Familien mit mehreren Kindern benötigen bezahlbaren Wohnraum. Wir fordern daher, dass bei neuen Wohnbauprojekten eine angemessene Zahl von Wohnungen als sozialer Wohnungsbau familiengerecht und bezahlbar sein müssen, um eine sozial ausgewogene, bedarfsgerechte Entwicklung quartiersbezogen in den einzelnen Stadtteilen zu fördern.

Zudem setzen wir uns für innovative Siedlungsprojekte ein, die das Mehrgenerationenwohnen und gemeinschaftliche Wohnformen in den Vordergrund stellen. So wollen wir wechselseitige Unterstützung der Generationen im Alltag ermöglichen.

Als alternatives Wohnangebot wollen wir die Planungen für eine „Tiny House“–Siedlung mit gemeinschaftlichen Komponenten unterstützen und positiv begleiten – so wie von uns bereits beantragt und vom Stadtrat beschlossen.

Wohnraum muss aber nicht nur bezahlbar, sondern auch klimafreundlich entwickelt werden. Bei der Planung neuer Baugebiete zu Wohnzwecken wollen wir die Aspekte von Klimaschutz und Klimaanpassung in den Vordergrund stellen. Wir setzen auf das Prinzip „Umnutzung vor Neubau“, wollen flächenschonenden Geschossbauweisen den Vorzug geben, Brachflächen revitalisieren und leerstehende Bestandsgebäude von bauhistorischem Wert und stadtbildprägender Bedeutung für innovative Wohnprojekte aktivieren, um landwirtschaftliche Flächen so weit wie möglich zu schonen.

Wir unterstützen aktiv gemeinwohlorientierte Wohnprojekte wie Genossenschaften und Baugruppen. Durch die Vergabe von Grundstücken durch die Stadt oder ihre Tochtergesellschaften nach Konzeptqualität statt Höchstpreis schaffen wir bezahlbaren Wohnraum und fördern gleichzeitig innovative, klimafreundliche Wohnformen. Wir wollen neue genossenschaftliche Wohnprojekte in Viersen realisieren.

Bei allen städtischen Bauprojekten wollen wir die Optionen einer ökologischen und kostengünstigen Bauweise in Holz- bzw. Holzmodulbau und der Verwertbarkeit aller Elemente im Cradle-to-Cradle-Standard bei einem späteren Rückbau prüfen und nach Möglichkeit umsetzen. Bei Neubau-Vorhaben wollen wir nach Möglichkeit den Platin-Standard der Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen anstreben (DGNB Platin). Die energetische Sanierung und Optimierung aller städtischen Gebäude hat für uns höchste Priorität.

Saubere Umwelt, saubere Stadt

Auch eine nachhaltig organisierte Stadt produziert Abfall – allerdings möglichst wenig davon. Außerdem kann dieser fast immer als Wertstoff neu in den Stoffkreislauf eingebracht werden. Wir wollen, dass sich Viersen als Zero-Waste-Kommune zertifizieren lässt. Wir werden ein Konzept dafür erarbeiten lassen, mit dem die Müllvermeidung in Verwaltung, Schulen, Gewerbe und privaten Haushalten vorangetrieben werden kann. Eine Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen in der Gastronomie und die konsequente Ahndung des Ablagerns von „Wildem Müll“ in der Natur sollen diese Ziele unterstützen. Zigarettenkippen gehören in den Restmüllbehälter!

Wer seine giftigen Zigarettenstummel nicht ordnungsgemäß entsorgt, sondern im Wald, auf Spielplätzen oder auf der Straße entsorgt, muss konsequent zur Kasse gebeten werden. Denn eine saubere Stadt ist für Mensch und Tier auch eine gesündere Stadt.

Umwelt, Wirtschaft, Arbeitsplätze? Nur mit uns!

Die Zukunft Viersens liegt in der Verbindung von ökologischer und sozialer Verantwortung mit wirtschaftlicher Stärke. Klimaneutrale Gewerbegebiete und Unternehmen der Umweltwirtschaft machen unsere Wirtschaftsleistung widerstandsfähiger gegenüber äußeren Umständen, schaffen neue Arbeitsplätze, stärken mit ihren Gewerbesteuern unseren städtischen Haushalt und machen Viersen fit für die Herausforderungen von morgen. Ein konsequentes digitales Leerstands- und Brachflächenmanagement hilft uns dabei, interessierten Unternehmen die geeigneten Flächen zur Verfügung zu stellen, um ihre Geschäftsideen umzusetzen.

Nachhaltige Wirtschaftsförderung als Jobmotor

Flächenrecycling und die Umnutzung aufgegebener Flächen haben unbedingt Vorrang vor die Errichtung weiterer Gewerbegebiete „auf der grünen Wiese“. Damit schonen wir die begrenzten Flächenressourcen, die Natur und die Umwelt. Wir wollen mit hoher Priorität die Neunutzung bestehender Brachen und Leerstände betreiben und aufgegebene Industrie- und Gewerbeflächen umnutzen. Neue Gewerbegebiete, die zusätzliche Flächen in Anspruch nehmen, sollen nur noch als klimaneutrale, klimaangespasste und umweltfreundliche Musterprojekte angelegt werden.

Durch die vorrangige Vergabe freier Gewerbeflächen durch die städtische Grundstücksmarketinggesellschaft (GMG) an Green-Tech-Unternehmen und Unternehmen mit umweltfreundlichen Produktionsweisen schaffen wir zukunftssichere Arbeitsplätze in Viersen. Wir wollen ein Netzwerk für nachhaltige Wirtschaft aufbauen, das Start-ups mit etablierten Unternehmen zusammenbringt.

Durch die weitere Diversifizierung unserer Wirtschaftsstruktur stabilisieren wir die Gewerbesteuereinnahmen und machen den städtischen Haushalt krisenfester. Das kommunale Förderprogramm mit vergünstigten Mieten in Leerständen der Innenstadt wollen wir fortführen und ausweiten. So beleben wir gleichzeitig unsere Zentren und fördern innovative Geschäftsideen.

Für bestehende Unternehmen schaffen wir Anreize zur ökologischen Modernisierung durch Beratungsangebote und die Vermittlung von Fördermitteln.

Verwaltung als Partner der Wirtschaft

Damit Unternehmen in Viersen wachsen können, braucht es eine leistungsfähige Verwaltung, die als Partnerin agiert – nicht als Hürde. Wir setzen uns für schlanke, transparente und beschleunigte Genehmigungsverfahren ein, insbesondere bei Bauvorhaben und gewerberechtlichen Anträgen. Wir unterstützen die Bemühungen unserer Verwaltung, die auf Augenhöhe mit Unternehmerinnen und Unternehmern kommuniziert und bei Fördermitteln, Ansiedlungsfragen und Erweiterungen kompetent berät. Zur Unterstützung insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen wollen wir erreichen, dass die Stadt Viersen die Zertifizierung gemäß dem RAL-Gütezeichen „Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung“ anstrebt.

Wir wollen, dass jedes Unternehmen in Viersen eine feste Ansprechperson hat – als Lotsin durch die Verwaltung und zur Unterstützung in allen Belangen mit Verwaltungsbeteiligung. Die Digitalisierung von Prozessen ist dabei ein wichtiges Mittel: Alle wirtschaftsrelevanten Anträge sollen bis 2027 digital und medienbruchfrei bearbeitbar sein.

Um die Innenstädte zu stärken, setzen wir uns für neue Konzepte im Einzelhandel und in der Gastronomie ein. Zwischennutzungen, Pop-Up-Stores, Erleichterungen für die Außengastronomie, kreative Gastronomieformate und die bessere Integration von Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sind zentrale Bestandteile unserer Standortstrategie. Viersen soll ein Ort werden, an dem neue Ideen sichtbar werden – und Unternehmen den Raum finden, um sie umzusetzen.

Wir wollen ein „Wirtschaftsforum Viersen“ ins Leben rufen, bei dem Unternehmen, Verwaltung und Politik regelmäßig zusammenkommen. Mit einem „Klimapakt“ wollen wir die Viersener Unternehmen dabei unterstützen, ihre Produktionsweisen, Betriebs- und Geschäftsmodelle klimafreundlich zu transformieren.

Künstliche Intelligenz & Zukunftskompetenzen

Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz verändert alle Lebensbereiche. Viersen muss hier Schritt halten – mit einer vorausschauenden Strategie und klugen Bildungsangeboten.

Wir fordern eine städtische KI-Strategie, die Chancen für Verwaltung, Bildung und Wirtschaft nutzt – aber gleichzeitig klare ethische Leitplanken setzt. Schulen sollen Angebote zu KI, Datenkompetenz und Medienethik erhalten. Auch die Verwaltung muss durch KI-Anwendungen entlastet werden können – transparent, sicher und nachvollziehbar.

Digitalisierung von Stadt und Verwaltung

Die Digitalisierung der Stadtverwaltung ist in Viersen bisher nur halbherzig umgesetzt worden. Unser Ziel ist es, die Digitalisierung in allen Bereichen der öffentlichen Verwaltung entschlossen voranzutreiben. Wir wollen eine konsequente digitale Transformation, die sowohl den Bürgerinnen und Bürgern als auch den Mitarbeitenden der Verwaltung zugutekommt. Wir machen die Verwaltung digitaler, schneller und barrierefrei.

Wir wollen Online-Lösungen schaffen, die den Alltag der Bürgerinnen und Bürger spürbar erleichtern. Dazu gehört der konsequente Ausbau nutzerfreundlicher Dienste, eine durchdachte Datenstrategie sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. KI soll nicht nur besseren Service für die Bürgerinnen und Bürger ermöglichen, sondern auch die Mitarbeitenden im Rathaus im Arbeitsalltag entlasten und unterstützen.

Unsere Vision ist eine moderne, transparente und serviceorientierte Verwaltung. Sie soll effizient, lernfähig und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sein. Dabei reicht es nicht, analoge Prozesse einfach ins Digitale zu kopieren. Digitalisierung bedeutet, Abläufe neu zu denken und spürbar zu verbessern. So entsteht eine Verwaltung, die nicht nur moderner, sondern auch näher an den Menschen ist.

Bis 2030 sollen alle Verwaltungsvorgänge auch digital erledigt werden können – einfach, sicher und barrierefrei. Für die Mitarbeitenden der Verwaltung schaffen wir ein umfassendes Fortbildungsprogramm, das digitale Kompetenzen vermittelt und die Arbeitszufriedenheit steigert. Besonders wichtig ist uns die digitale Bürgerbeteiligung.

Wir werden eine Viersen-App einführen, über die nicht nur Verwaltungsdienstleistungen abgerufen, sondern auch Entscheidungsprozesse gesteuert werden können. Vom Mängelmelder bis zum Bürgerhaushalt – wir machen Beteiligung einfach und inklusiv.

Freies WLAN an den zentralen Plätzen und Einkaufsstraßen der Innenstädte von Alt-Viersen, Dülken und Süchteln sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Hierfür werden wir Partner suchen und Lösungen finden.

Zukunftsinvestitionen und solide Finanzen – transparent, nachhaltig und gemeinwohlorientiert

Ein zukunftsfähiger kommunaler Haushalt ist mehr als ein Zahlenwerk, er ist ein Instrument, mit dem wir unsere Stadt gestalten. Für uns steht fest: Öffentliche Mittel müssen transparent, gerecht und wirkungsorientiert eingesetzt werden – im Dienst der Menschen und der ökologischen Zukunft unserer Stadt. Wir setzen auf wirkungsorientierte Haushaltspolitik statt symbolischer Maßnahmen. Jeder Euro, den wir ausgeben, muss einen messbaren Nutzen für Viersen und seine Bürgerinnen und Bürger bringen – und darf nicht nur einzelnen Interessen zugutekommen.

Wir setzen uns daher für eine konsequente Digitalisierung der Haushaltsplanung und -führung ein. Ein verständlicher, zugänglicher Haushalt, digital und nachvollziehbar, ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern echte Mitwirkung und schafft Vertrauen in politische Entscheidungen. Dafür wollen wir ein digitales Dashboard für die Haushaltsführung einführen, das sichtbar macht, wie und wofür in Viersen Geld ausgegeben wird.

Eine nachhaltige Haushaltspolitik bedeutet für uns, in die Zukunft zu investieren, statt an falscher Stelle zu sparen. Wir fordern eine zielgerichtetere Verwendung der vorhandenen Mittel: Öffentliche Ausgaben müssen sich an Wirkung und Gemeinwohl orientieren. Wir wollen Projekte und Maßnahmen danach bewerten, welchen konkreten Nutzen sie für die Menschen in Viersen haben. Und zwar auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene. Ein wirkungsorientierter Haushalt macht politische Prioritäten sichtbar und steuerbar.

Wir werden alle verfügbaren Fördermittel von Land, Bund und EU konsequent für Viersen nutzen. Dafür stärken wir die zentrale Fördermittelakquise der Verwaltung, die Projekte koordiniert und Anträge professionell begleitet.

Besonders wichtig sind uns Investitionen in Bildung, Klimaschutz und Digitalisierung – hier sparen wir nicht an der Zukunft unserer Stadt. Investieren wollen wir auch in den Erhalt und den Ausbau öffentlicher Begegnungsorte in allen Ortsteilen. Investitionen in Projekte mit ungewisser Finanzierungsgrundlage und nicht sicher nachweisbaren Nutzen– wie eine neue städtische Veranstaltungshalle und den Neubau eines zentralen Rathausgebäudes in Alt-Viersen – lehnen wir dagegen ab.

Die ökologische Transformation ist auch finanziell eine Chance für Viersen. Durch Energieeinsparungen in städtischen Gebäuden, eigene Stromerzeugung durch Photovoltaik und Windkraft sowie die Unterstützung der ortsansässigen Unternehmen, die sich selbst im Umwelt- und Klimaschutz engagieren, stärken wir zugleich unseren städtischen Haushalt.

Daher am 14. September 2025 BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN wählen!