Grüne kämpfen gegen neue Hindernisse für S28: Datengrundlage offenlegen!
In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Ratsfraktionen der Grünen in Mönchengladbach, Viersen und Willich von der zuständigen Regiobahn GmbH die Offenlegung aller zugrunde liegenden Studien und Daten, die einer zeitnahen Reaktivierung der Bahnverbindung zwischen Kaarster See, Willich und Viersen als Verlängerung der bestehenden S28 im Wege stehen. In einer Sitzung des zuständigen Kreisausschusses Ende September hatte die Kreisverwaltung bekanntgegeben, dass der für die Bewilligung der Fördermittel notwendige Wert beim Nutzen-Kosten-Index (NKI) derzeit in keinem der durchgerechneten Szenarien erreicht wird.
Die Grünen Fraktionen der drei direkt davon betroffenen Städte wollen jetzt erst recht für dieses wichtige Vorhaben kämpfen und bestärken den Kreis Viersen in den Verhandlungen mit der Regiobahn, dem VRR und dem NRW-Verkehrsministerium. Auch die Beauftragung einer „Zweitmeinung“ in Form eines weiteren, unabhängigen Gutachtens durch die zuständige Kreisverwaltung Viersen wird ausdrücklich unterstützt.
„Wir brauchen die S28-Verlängerung so schnell wie möglich“, fordert Jörg Eirmbter-König, Fraktionssprecher der Viersener Grünen, „die Wirtschaftlichkeit dieses für unsere Region so wichtigen ÖPNV-Projekts wurde bereits im Jahr 2009 durch eine entsprechende Machbarkeitsstudie und die darauf aufbauende ‚Standardisierte Bewertung‘ nachgewiesen. Wir möchten gerne wissen, auf welcher Datengrundlage diese Annahme jetzt in Frage gestellt wird. Ohne den zügigen Ausbau des ÖPNV können wir die Mobilitätswende nicht erreichen. Die Menschen hier in der Region warten auf diese Schienenverbindung!“
Während die neue Machbarkeitsstudie, deren Ergebnisse von der Viersener Kreisverwaltung am 25. September vorgestellt wurde, auch eine teilweise zweigleisige Verbindung im 15-Minuten-Takt vorsieht, wären die Grünen auch mit einer eingleisigen Verbindung im 30-Minuten-Takt vollauf zufrieden. Auch Christian Winterbach, betont vor allem die Dringlichkeit des Vorhabens: „Zwischen den beiden jetzt vorliegenden Bewertungen liegen 16 Jahre, ohne dass eine einzelne Bahnschwelle gelegt wurde. Wenn sich denn eine S28 auf einer bestehenden Trasse in dicht besiedeltem Gebiet nicht mehr rechnet, welche Strecke wollen wir denn sonst in Deutschland für die Verkehrswende neu bauen?“, fragt sich der Fraktionsvorsitzende der Willicher Grünen.
Dem schließen sich Boris Wolkowski, Fraktionssprecher Ratsfraktion, und Ilka Bresges, Sprecherin des Parteivorstands, der Mönchengladbacher Grünen gerne an: „Um die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht zu belasten, reicht ein 30-Minuten-Takt auf einer eingleisigen Verbindung erst einmal aus. Wichtig ist für uns, dass das wachsende Gewerbegebiet Mönchengladbach-Flughafen angeschlossen wird.“
Alle drei betonen, dass man durch die Offenlegung aller zugrundeliegenden Zahlen, Annahmen und Planungsszenarien der neuen „Standardisierten Bewertung“ auch die Bevölkerung auf dem weiteren Weg mitnehmen müsse.
„Es wäre jetzt der richtige Schritt, alle Machbarkeitsstudien und Berechnungen des Nutzen-Kosten-Verhältnisses offenzulegen. Die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler aus dem Kreis Viersen und Teilen von Mönchengladbach, die diese neue Verbindung nutzen wollen, um ihre Arbeitsstätten in der Landeshauptstadt zu erreichen, wollen nicht länger hingehalten werden“, fasst Reiner Neuss, verkehrspolitischer Sprecher der Viersener Grünen, zusammen.