Corona: Wie beurteilen Sie die Maßnahmen von Bundes- und Landesregierung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie vor dem Hintergrund der Folgen des Lockdowns?

Diese Frage richtetet sich direkt an unsere Bürgermeisterkandidat*in Martina Maaßen

Nach rund einem halben Jahr, in dem die Corona-Pandemie alle Bereiche unseres Alltags dominiert hat, können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine erste Bilanz ziehen. Bundes- und Landesregierung haben – wie Regierungen überall auf de Welt – nach dem Übergreifen des Virus schnell reagieren müssen und dabei Maßnahmen getroffen, von denen sich nicht zuverlässig vorhersehen ließ, ob sie greifen würden, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen. Zu neu und zu unbekannt war damals der Erreger und seine biologische Strategie. Sicher war nur, dass ein unkontrolliertes Ausbreiten mit weltweit hunderttausenden Toten hätte bezahlt werden müssen. Ich halte daher die damals getroffenen Regelungen – Abstand, die Absage von Veranstaltungen, die Schließung von öffentlichen Orten, an denen Menschen sonst zusammen kommen – für richtig und sinnvoll. Der – leider allerdings vorübergehende – Erfolg sinkender Infektionszahlen haben die Sinnhaftigkeit unserer Gegenstrategie bestätigt. Nachdem die Zahl der Infizierten stetig gesunken war, konnten erste Lockerungen im Alltagsleben erprobt werden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, durch die wir die Übertragungswege des Virus besser verstanden haben, erlaubten neue Maßnahmen wie die „Maskenpflicht“. Heute geht es vor allem darum, die inzwischen bewährten Konzepte gegen die Pandemie auch auf längere Sicht durchzuhalten und durch offene und offensive Kommunikation die Bevölkerung dafür zu gewinnen, noch für eine weitere Weile Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Kauf zu nehmen, um Menschenleben zu schützen.

Die Auswirkungen der Pandemie und der gegen sie getroffenen Maßnahmen treffen uns alle direkt oder indirekt. Als Geschäftsführerin einer großen sozialen Einrichtung für suchtkranke und obdachlose Menschen habe auch ich mich über Monate hinweg Tag für Tag mit dem Zusammenleben unter Coronabedingungen auseinandersetzen müssen. Sie können sich vorstellen, dass die Bewältigung von Hygienefragen eine echte Herausforderung ist, wo Menschen, die zum Teil krank und psychisch labil sind, in einer Gemeinschaftseinrichtung zusammen leben. Andere Branchen hat es aber härter und zum Teil existentiell getroffen. So mussten und müssen zum Teil heute immer noch große Teile des örtlichen Handels, der Eventbranche und des Hotel- und Gaststättengewerbes erhebliche Verluste hinnehmen, die durch die umfangreichen Hilfs- und Rettungspakete des Bundes und des Landes nur zum Teil aufgefangen werden konnten. Ein zweites vollständiges Herunterfahren des Wirtschaftslebens, wie in der Anfangszeit der Pandemie, wäre heute nicht mehr möglich und nicht finanzierbar. Weitere Rettungsschirme von zig Milliarden Euro auf Schuldenbasis werden nachfolgende Generationen in unverantwortlicher Weise belasten. Ich setze daher auf die Disziplin und die Einsichtigkeit der Bevölkerung, die auch weiterhin mit dem eigenen Verhalten das Pandemiegeschehen beeinflussen kann. Wir haben es selbst in der Hand, ob und wie wir durch diese Krise gelangen. Es bleibt zu hoffen, dass unüberlegtes Verhalten, wie wir es jetzt in den Sommermonaten an beliebten öffentlichen Plätzen in Deutschland, vor allem aber in Urlaubsgebieten feststellen mussten, nicht weiter Schule macht. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten.

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